Unsere Helden

Nils Folckers (Hrsg.)

Unsere Helden Kunst und Komik im Kinderbuch

Edition Tiamat, Berlin 2008

ISBN 978-3-89320-129-7

111 Seiten

 

 

Der Herausgeber Nils Folckers hat in seinem Beitrag Die Kinderbücher der Autoren aus der Neuen Frankfurter Schule zusammengefasst, was Harry Rowohlt, Peter Ensikat, Robert Gernhardt und viele andere vereint: Die Künstler aus dem Umfeld der Neuen Frankfurter Schule haben mit ihrem satirischen und komischen Werk in pardon und Titanic die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland geprägt. Daneben schufen sie fern jeder Anbiederung und aus dem Bedürfnis nach Besserem Werke für Kinder, in die sie ihre ganzen künstlerischen Möglichkeiten einfließen ließen. So entstanden Bücher, die man als Klassiker unserer Zeit bezeichnen kann, einen Umbruch in der damaligen Kinderliteratur bedeuteten und die Erwachsene mit mindestens so viel Spass und Gewinn lesen können wie Kinder.

So hat man bei der Lektüre des kleinen Bandes Unsere Helden Kunst und Komik im Kinderbuch , das anlässlich einer Ausstellung entstanden ist, keinen Anflug von Langeweile oder eines Gefühls, an einem falschen Ort zu sein. Dabei haben es die Autoren der Neuen Frankfurter Schule wohl auch geschafft, ihren eigenwilligen Kunstbegriff zu präsentieren. So wird beispielsweise der Kunstbegriff von Friedrich Karl Waechter dargestellt: Das einzige, was mir Spass macht, ist Kunst zu machen über angepasste graue langweilige Köpfe hinweg. Und wenn Du fragst: Was hast Du da für einen Kunstbegriff? kunst mir den Buckel runterrutschen.

Der Band Unsere Helden Kunst und Komik im Kinderbuch ist jedoch nicht nur eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema Komik im Kinderbuch, sondern es gibt auch kurze konkrete Einblicke in das literarische und künstlerische Schaffen der Autoren der Neuen Frankfurter Schule. Es sind natürlich kurze, aber lebendige und hintergründige Einblicke in das Schaffen.

Einblicke einer anderen Art gewährt der Verleger Hans-Joachim Gelberg in seinem Beitrag So fing alles einmal an Erinnerung an F.K. Waechter . Gelberg erinnert an viele Gespräche, in denen so manche Einsicht gewonnen werden konnte: Will man etwas verändern in der Welt, muss man bei den Kindern anfangen, man muss sie ernstnehmen Und Gelberg macht quasi auch eine Liebeserklärung an den Autoren Waechter: Bilderbücher, Märchen, Spiele, Cartoons, Nonsens, Erzähltheater in allen Formen seines reichhaltigen Werks finde ich eine gewisse Kindlichkeit oder wie soll man es anders ausdrücken: diese kreative Freude eben, Gott und die Welt neu zu erfinden.

Das Buch Unsere Helden garantiert eine kurzweilige Lektüre und macht Appetit auf die Kinderbuchliteratur der Neuen Frankfurter Schule.

Christoph Müller


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