Spiel ist mehr als Zeitvertreib

"Spiel ist mehr als Zeitvertreib"
Fachzeitschrift stellt das Spiel und das Spielen in den Fokus
 
Spiel ist weit mehr als Zeitvertreib Aber wenn wir nicht spielen, dann drohen wir als Pflegende unsere Kreativität zu verlieren. Mit diesen Worten lädt Prof. Dr. Michael Schulz zum Themenheft Verlorene Schätze erkunden CNE Spiel und Spielen , das die Fachzeitschrift Psychiatrische Pflege Heute aus dem Stuttgarter Thieme Verlag in diesen Tagen thematisiert. Der Inhaber des Lehrstuhls für Psychiatrische Pflege an der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld versucht mit einer ungewöhnlichen Brille auf das Spielen zu schauen, wenn er schreibt, Pflegende könnten das Medium des Spiels einsetzen, um eine sinnliche Erfahrung zu ermöglichen .
Dies sind auf den ersten Blick befremdliche Worte für psychiatrisch Pflegende. Sie sind aber eine logische Konsequenz, wenn man sich die Aufsätze zum Thema genauer anschaut. Der Theologe und Psychologe Thomas Holtbernd, der seit langen Jahren bei HumorCare Deutschland aktiv ist, bringt es auf seine unnachahmliche Weise auf den Punkt: Die Heiterkeit des Spiels ist damit verbunden, dass es zweckfrei ist. Sie wird beim Spiel weder verordnet, noch erwartet, sie ist nicht Ziel, sondern Ergebnis. Über all dem liegt ein Hauch von Humor und im Spiel erfährt sich der Mensch in der Dialektik des Ernstheiteren. Thomas Holtbernd lässt sich in seinem Aufsatz Ein Hauch von Heiterkeit Die Grundlagen des Spiels zum Spielerischen aus. Unter anderem beschreibt er das Spiel als eine Form der Weltflucht .
Wenn man solche Gedanken liest, stellt sich natürlich die Frage, inwieweit der Bogen zu spannen ist vom Grundsätzlichen des Spiels zu den Humoraktivitäten von HumorCare in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es gibt viele Parallelen und Übertragungsmöglichkeiten vom Spiel zum Humorvollen und Clownesken. Beispielsweise unterstreicht Thomas Holtbernd: Spiel reizt dazu, seine Rollen zu verlassen, neue Rollen auszuprobieren oder dem Ernst des Alltags etwas Spielerisches und manchmal sogar etwas völlig Verrücktes entgegenzusetzen.
Von den verlorenen Schätzen, die es zu erkunden gilt, schreibt in diesem Themenheft der Psychiatrischen Pflege Heute der Psychiatriepfleger Christoph Müller. Den Humorfreunden in Deutschland und der Schweiz ist er als Sprachrohr der psychiatrischen Pflege und des therapeutischen Humors bekannt. Seiner Rolle wird er in seinem Beitrag auch gerecht. Er schreibt davon, dass Lebendigkeit statt Leiden herrschen solle im psychiatrischen Versorgungsfeld. Das Spielen sei ein Abbild des Lebens außerhalb der Klinikmauern. Der Grenzenlosigkeit psychisch veränderter Mensch setzt Christoph Müller mit dem Spiel eine Regelhaftigkeit und Ordnung entgegen. Psychiatrisch Pflegende versteht er als Modell für psychisch veränderte Menschen. Sie könnten zeigen, wie Niederlagen bewältigt werden können. Psychiatrisch Pflegende könnten vor allem vorleben, wie mit Phantasie und Querdenken noch ein Sieg errungen werden könne, obwohl er unerreichbar schien .
Ergänzt wird das abwechslungsreiche Themenheft Spiel und Spielen der Fachzeitschrift Psychiatrischen Pflege Heute durch den Beitrag Wir spielen ja nur , mit dem der Krankenpfleger und Erlebnispädagoge Sebastian Bluhm die Erfahrung vermittelt, dass mit dem Spielerischen auch Beziehung geschaffen wird.
 
Erhältlich ist das Themenheft Verlorene Schätze erkunden CNE Spiel und Spielen der Fachzeitschrift Psychiatrische Pflege Heute beim Thieme-Verlag oder im Buchhandel      (ISSN 0949-1619)
 

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