Lachend lernen - Humortechniken für den Unterricht

Überzeugende Einladung zum humorvollen Unterrichten

Erinnern Sie sich an eine Lehrerin oder einen Lehrer aus der Schulzeit, die oder der sie mit einem feinsinnigen Humor beeindruckt hat? Sind Sie gerne zu einem Unterricht gegangen, weil die Schulstunde einen gewissen Unterhaltungswert hatte? Fragen dieser Art sind schwerlich mit einem Ja zu beantworten. Schließlich haben die meisten die Schulen als ernste bis lustfeindliche Bildungseinrichtungen erlebt.

Die Lehrerin Marion Kaiser und der Komiker Felix Gaudo wollen, dass diese Zeiten vorbei sind. Einer Atmosphäre von Leistungsdruck und Niedergeschlagenheit wollen die beiden Freude und Begeisterungsfähigkeit entgegensetzen. Damit dies gelingen kann, erzählen Kaiser und Gaudo viele Geschichten, die sie selbst erlebt haben oder die ihnen Menschen aus der persönlichen Umgebung erzählt haben.

Sähen Bildungseinrichtungen aus, wie es Kaiser und Gaudo skizzieren, so gäbe es keine morgendliche Antriebs-und Lustlosigkeit, wenn der Aufbruch der Kinder und Jugendlichen in die Schule ansteht. Natürlich gelten die Grundideen Kaisers und Gaudos in gleicher Weise für die Hochschulen und die Erwachsenenbildung an sich. Im Humor sehen sie einen Lernbeschleuniger. Was Schülerinnen und Schüler lernten, liege am Pädagogen, stellen sie fest (S. 14).

Gerade Lehrerinnen und Lehrer werden eine Abwehrhaltung zeigen, wenn sie das Buch Gaudos und Kaisers in die Hand bekommen. Es sei nicht ihre Sache, werden sie rationalisieren. Gaudo und Kaiser rechnen mit Reaktionen dieser Art. Deshalb schreiben sie: Humor funktioniert nicht auf Knopfdruck. Es bedarf der Übung. Doch schon mit wenigen gezielten Einsätzen erreicht man eine hohe Wirkung (S. 14).

Zu einem humorvollen Unterrichten gehören nach der Ansicht der Autoren Humorrituale. Dies liest sich befremdlich. Doch geben gerade Humorrituale die Gelegenheit, eine gemeinsame Geschichte von Lehrenden und Unterrichteten zu schreiben. Beispielhaft nennen sie das Erzählen eines Witzes des Tages, eines Humormottos der Woche oder auch einen Lachkasten. Entgegen des Charakters eines Kummerkastens soll der Lachkasten den Blick auf das Positive wenden.

Wenn es um Humortechniken geht, so tauchen Begriffe auf, die aus anderen Bereichen humorvoller Interventionen bekannt sind. Gaudo und Kaiser brechen sie inhaltlich auf den Gestaltungsraum Schule herunter. Sie geben auch Impulse, wie Konflikte unter Schülerinnen und Schülern humorvoll entschärft und aggressive Schüler mit Humor überrascht werden können.

Gaudo und Kaiser nehmen auch das Scheitern humorvoller Interventionen in den Blick. Für diesen Fall sei es unverzichtbar, eine eigene innere Haltung und die Fähigkeit zum Entschuldigen zu haben. Sie betonen: Nur wenn ich selbst Humor in meinem Leben wertschätze und auf die Suche danach gehe, wird der Humor auch meine Arbeit in der Schule prägen (S.69).

Mit dem Buch Lachend lernen gelingt Gaudo und Kaiser nicht nur eine überzeugende Einladung zu einem humorvollen Unterrichten zu schreiben. Ihnen gelingt die Balance zwischen einem theoretischen Fundament und vielfältigen Praxis-Handreichungen. Schülerinnen und Schülern, Studierenden und Menschen in Fort-und Weiterbildungen ist viel Lachen und Optimismus zu wünschen. Kaiser und Gaudo haben einen Schritt in diese Richtung getan.

Felix Gaudo / Marion Kaiser: Lachend lernen Humortechniken für den Unterricht, Beltz-Verlag, Weinheim 2018, ISBN 978-3-407-63017-9, 183 Seiten, 19.95 Euro.


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