Das Clowntheater 1x1

Dieter Bartels

Das Clowntheater 1x1 Zehn grosse Schritte Richtung Schauspiel und Komik

Impuls-Theater-Verlag / Buschfunk Medien, Planegg 2010

ISBN 978-3-7660-9109-3

183 Seiten

 

 

Wenn der Pädagoge und Schauspieler Dieter Bartels mit seinem Buch Das Clowntheater 1x1 ein Ziel erreicht hat, so ist es die Darstellung der Lebendigkeit des Clownspiels. Konsequent berichtet er in zehn Schritten exemplarisch von einem Workshop, den er gehabt hat und bündelt auf den bald 200 Seiten die Erfahrungen jahrelangen Clownspiels und Unterrichtens. Was das Buch Das Clowntheater 1x1 so sympathisch macht, ist das klare Bekenntnis zum Clown. So steht es schon auf dem Buchumschlag: Feststeht: die Rotnasen werden überall gebraucht, schon wegen des anderen Bilds vom Menschsein, das sie abgeben.

Wer selber Clownseminare besucht hat oder gar als Clown arbeitet, der wird in dem Buch Das Clowntheater 1 x 1 vieles und vielleicht auch sich selber wiederfinden. Bartels berichtet schon am Anfang: Es gibt diverse Variationen von Haltungs-und Gangänderungen, die wir ausprobieren können . Es ist bemerkenswert, wie eng Körper und Gefühl miteinander verknüpft sind. Bei diesen Körper-Gefühlsexperimenten ergeben sich groteske, bizarre Körperbilder. Die äussere Erscheinung soll uns jedoch nicht interessieren. Uns interessiert, wie wir uns als Clown fühlen.

Gerade für den Neueinsteiger in die Clownarbeit ist das Buch Das Clowntheater 1x1 sicher eine hilfreiche Lektüre. Es kommt nicht als Lehrbuch daher, beschreibt aber Wesentliches zum Verstehen der Clownarbeit. Ein klares Bekenntnis ist es beispielsweise, wenn Bartels schreibt: Clowntheater ist die Kunst sich öffentlich zu blamieren Es braucht also einen Spieler, der in Anbetracht der bevorstehenden Missgeschicke, Blamagen und Entgleisungen nicht die Bremse zieht. Es gilt: bremse lösen und Gas geben. Bitte kein Fettnäpfchen auslassen. An anderer Stelle formuliert Bartels es so, dass das Gefühlsleben des Clowns sei wie das Wetter im April. Im Kampf zwischen Sommer und Winter komme es zu Kapriolen.

Bartels versucht dem neugierigen Leser auch klarzumachen, welche Fähigkeiten ein künftiger Clownspieler mitbringen muss: Die Regel: Erst wahrnehmen, fühlen und spüren, dann spielen , wird im Verlauf des Clownwerdens zur Selbstverständlichkeit. Oder professioneller formuliert Bartels es so: Clowntheater ist Körper-und Emotionstheater Der Clownspieler muss sich mit seiner ganzen körperlichen und emotionalen Präsenz sowie einer grossen sinnlichen Aufmerksamkeit dem Spiel zur Verfügung stellen. Der Spieler ist mit Leib und Seele gefordert. Vordergründige intellektuelle Aktivitäten unterdrücken die Quellen der Lebendigkeit .

Das Schöne an Bartels Gedanken ist, dass er immer wieder den Bogen zwischen der alltäglichen Wirklichkeit und der Quasi-Reflexion im Clownspiel spannt. Sein Grundbekenntnis formuliert deshalb offenbar in der folgenden Weise: Der Weg zum Clownsein beginnt bei Selbsterfahrung, die sich zur Spieltechnik transformiert. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit schafft im Spieler jene Freiheit, die es ermöglicht, sich vor sich selbst und vor anderen professionell fallen zu lassen. Clowntraining in diesem Sinne bedeutet auch, die innere Aufsicht kennenzulernen . Für Clownspieler geht es um das Verrücken von Verhaltensweisen, um die Freiheit, sich grenzenlos ins Spiel fallen zu lassen und ganz Clown sein zu dürfen

Das Buch Clowntheater 1 x 1 aus der Feder des Pädagogen und Clowns Dieter Bartels garantiert eine erfrischende Lektüre.

Christoph Müller


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