Workshop/Vortrag

Vortrag Hirsch

Humor eine Ressource bis ins hohe Alter

Ressourcen zu erwerben, zu behalten und anzuwenden ist eine lebenslange Aufgabe um das Leben selbstbestimmt und in Krisen kreativ bewältigen zu können. Dies gilt auch für den Humor, der als eine heitere und kreative Ressource in fast jeder Lebenslage eingesetzt werden kann.

Eine Vielzahl von Humor-Ressourcen können erworben, gefestigt und angewendet werden wie emotionale, motivationale, willentliche, interpersonale und soziale. Un-terstützt werden diese durch entsprechende äußere Hilfsmittel, Umweltgestaltung und weitere humorfördernde Reize. Humor-Ressourcen können von der Wiege bis zur Bahre   erworben und angewendet werden. Allerdings muss sich schon jeder selbst darum bemühen, sie zu erwerben, da dies -ähnlich wie beim Lachen- kein anderer übernehmen kann. Je früher diese Chance zu einem heiteren, optimistischen und interessanten Leben ergriffen wird, desto gelassener kann man Lebenskrisen und -chancen bewältigen und getrost Altern. Es ist nie zu spät. Es wird nur immer später . Humorressourcen lassen sich in gewissem Umfang in jedem Lebensalter erwerben, verstärken oder rehabilitieren. Allerdings werden die Möglichkeiten mit zunehmendem Lebensalter geringer, spezifischer und bedürfen z.T. der Unterstützung.

Oft ist zu hören ja als Kind war ich fröhlich und heiter, aber jetzt . oder mir ist der Humor vergangen . Leider versteckt sich im Laufe des Lebens die kindliche, unbe-schwerte und phantasievolle Fähigkeit immer mehr und verhindert, kreative Lösun-gen zu suchen und Selbstvertrauen zu erhalten. In den Sozialisationsstationen wie Schule und Beruf wird dem Humor noch zu wenig Entwicklungsmöglichkeiten eingeräumt. Auch in der Familie wird Leistungsdenken, Gehorsam und was können die Nachbarn sagen   mehr gewichtet als Spiel, Kreativität, Neugierde und Fröhlichkeit. Eine erlernbare Kunst ist es, in Situationen die Perspektive (heiter-ernst; bedrohlich- komisch) zu wechseln, sie umzudrehen oder als Kipp-Bild zu sehen.

Manch alter Mensch ist immer schon negativ und pessimistisch eingestellt, fühlt sich vom Leben vernachlässigt und kann sich an nichts mehr freuen. Häufig stehen Perfektionismus, Arroganz, Selbstüberschätzung, keine Fehler machen zu dürfen und ja nicht auffallen einer kreativen Lösung im Weg. Kinder reagieren meist anders. Sie kichern und lachen, oft ohne Grund, freuen sich über eigene kleinere Missgeschicke und die von anderen. Sie nehmen sie nicht so tragisch und lösen sie auf spielerische Weise. Viele von ihnen sind Meister in der Kunst des Scheiterns und Wiederaufstehens. Erwachsene können von ihnen lernen und ihre Humorressourcen stärken.

Humorressourcen bei alten Menschen zu fördern, heißt infantile Gefühle zu wec-ken und zu mobilisieren, das "verlorene Kinderlachen" wieder zu finden oder neu zu entdecken. Eine Vielzahl von Humor- Requisiten (z.B. heitere Sendungen oder kulturelle Veranstaltungen, Witz- und Anekdotenbücher, Spiele, Singen und Tanzen) unterstützen dies. Stephanie Krenn und Konrad Pfaff ist zuzustimmen, wenn sie schreiben: Lachenlustfreudespaßwitzkomik ist die wichtigste Aktiv-form deines Lebens . Nützen und fördern wir diese Chance und stecken möglichst viele an, in jedem Lebensalter und in allen Lebenslagen.


Vortrag Polanski

Humor als Indikator impliziter Einstellungen 
über Forschungsprojekt und Ausstellung Das Alter in der Karikatur
 
Der Homo sapiens rückt sich bekanntlich gerne vor sich selbst und seinesgleichen ins rechte Licht und sagt bevorzugt das, was andere von ihm hören wollen, das sogenannte sozial Erwünschte. Dies gilt es freilich bei Befragungen gebührend zu beachten. Insbesondere dann, wenn es um die Ermittlung von Einstellungen geht. So ist es beispielsweise durchaus möglich, dass Versuchspersonen höchst differenzierte Ansichten über das Alter(n) von sich geben, auch wenn sie tief im Inneren massive Vorurteile und negative Altersstereotype hegen. In der Psychologie ist dieses Phänomen als
Dissoziation der expliziten, bewussten und impliziten, unbewussten Einstellungen wohl bekannt. 
 
Gerade den unbewussten Einstellungen kommt, wie die moderne Neurobiologie und Sozialpsychologie lehren, für das menschliche Handeln die entscheidende Bedeutung zu. Umso erstaunlicher ist es, dass große Untersuchungen, wie sie in Bezug auf Altersbilder z.B. im Rahmen des Deutschen Alterssurveys stattfinden, immer noch gerne auf die Ermittlung bewusster Einstellungen abheben. 
 
Im interdisziplinären Forschungsprojekt Altersstereotype im kulturellen Gedächtnis (erstmalig pub. 2014) am Marsilius Kolleg der Universität Heidelberg wich man von dieser verbreiteten Praxis ab und legte den Fokus auf die Untersuchung unbewusster, impliziter Altersbilder in der deutschen Gegenwartsgesellschaft. Auch methodisch wurde ein eher ungewöhnlicher, weil bis dato in dieser Form noch nicht beschrittener Weg gewählt, um eben jene impliziten Altersbilder zu ermitteln: die Analyse von Altersbildern im Humor - speziell der Karikatur - in einer großangelegten empirischen Studie. Diese zielte sowohl auf unbewusste individuelle als auch implizite kollektive Altersbilder ab. Unter letzteren sind kollektive Altersbilder zu verstehen, die abseits des gesellschaftlichen Altersdiskurses mehr oder weniger unausgesprochen in der deutschen Gegenwartsgesellschaft zirkulieren.  Den Hintergrund für dieses methodische Vorgehen bilden psychodynamische und evolutionäre Humorkonzepte sowie neurobiologischer Erkenntnisse. 
 
Die Ergebnisse des Forschungsprojekts bestätigten die Hypothese: implizite Altersbilder haben sich in den letzten ca. 50 Jahren keineswegs in gleicher Weise verbessert wie explizite. Im Gegenteil, möglicherweise hat sich auf unbewusster Ebene sogar eine gegenteilige Entwicklung vollzogen. Implizite Altersbilder scheinen darüber hinaus weiterhin von kollektiven Stereotypen bestimmt zu werden, die kulturgeschichtlich z.T. sehr weit zurückreichen. 
 
Diese Ergebnisse decken sich mit denen neuerer Untersuchungen aus ganz anderen wissenschaftlichen Disziplinen und könnten dazu beitragen zu verstehen, warum Altersabwertung und Diskriminierung trotz gewandelter expliziter Altersbilder in Deutschland weiterhin in hohem Maße vorhanden sind. Darüber hinaus nähren sie Zweifel am Erfolg der nun mittlerweile seit fast fünf Jahrzehnten anhaltenden gerontologischen Aufklärungsbemühungen über das Alter(n). 
 
Das Forschungsprojekt Altersbilder in Karikaturen am Marsilius-Kolleg der Universität Heidelberg hatte aber nicht nur eine inhaltliche Zielsetzung, sondern auch eine wichtige methodische: es soll das Augenmerk auf ein Untersuchungsmaterial mit hohem Erkenntnispotenzial lenken, das im  Wissenschaftsbetrieb - abseits spezieller Räume - auch heute vielfach noch nicht ausreichend beachtet, geachtet und verstanden wird, den Humor .  
 
Die Wanderausstellung Das Alter in der Karikatur , die an das Forschungsprojekt anknüpft, dient dazu, eine breite Öffentlichkeit zur Reflexion über unbewusste Altersstereotype anzuregen und stellt auf diese Weise den anderen Beitrag zum gesellschaftliche Altersdiskurs dar. (© Implizit Verlag)

Vortrag Titze

Aussöhnung mit dem leidenden Leben durch Rückbesinnung auf eigene Ressourcen

Der Verlust eines geliebten Objekts (= Angehörige, Lebensmittelpunkt, Gesundheit) entspricht einer seelischen Verletzung ( Trauma = Wunde), die mit Gefühlen von Desorientiertheit, Verzweiflung und Ohnmacht einhergeht. Das entspricht einem Verlust der natürlichen Selbstverständigkeit im eigenen Leben.
Diese Selbstentfremdung kann erst dann aufgehoben werden, wenn der/die Betroffene konsequent daran geht, gerade auch die belastenden Gefühle, die sich aus dem traumatischen Erleiden ergeben, bewusst gutzuheißen .
Viktor Frankl, der Erfinder der paradoxen Intention , gab in diesem Zusammenhang entscheidende Hinweise: Es gilt, das Leiden anzunehmen. Nur das intendierte Leiden ist sinnvolles Leiden. Denn das, wovor das Leiden den Menschen bewahren soll, ist die Apathie, die seelische Totenstarre.
Diesen vom Standpunkt der Vernunft paradoxen Weg zu gehen, erfordert ein empathisches Einfühlungsvermögen in die Welt des leidenden inneren Kindes . In dieser Gefühlswelt  sind nämlich auch jene heilsamen Kraftquellen (Ressourcen) verortet, welche die psychische Widerstandskraft (Resilienz) eines Menschen gewährleisten. Der therapeutische Clown ist der Pfadfinder , der den Zugang in diese in jeder Hinsicht irrationale Welt begleiten kann: Hier sind nicht die Wortsymbole und Vernunftregeln des Erwachsenenlebens maßgeblich, sondern nur die Weisheit des Leibes, die Frankl als Herzensweisheit bezeichnet. Diese Kraftquellen gilt es auszuloten und sie dem traumatisierten Menschen immer auch im Hinblick auf den jeweiligen Persönlichkeitstypus konsequent zu spiegeln: Das ist Voraussetzung für die Aussöhnung mit dem leidenden Leben und eine Rückbesinnung auf eigene Ressourcen.

Workshop 1 Fey

Fortbildung für Pflege- und Betreuungskräfte in Alten- und Pflegeheimen

Humor und Gelassenheit in der Pflege und Betreuung alter Menschen   
- besonders mit Demenz

Ein Kurs mit viel Bewegung für Körper, Geist und Gemüt (kein Sitzen, kein Mitschreiben, kein Power-Point)

Alte Menschen zu pflegen oder zu betreuen kann freudvoll sein, aber auch mühsam. Besonders demenziell veränderte Alte machen bisweilen nicht das, was wir wollen. Das kann frustrierend sein, ärgerlich, sogar anstrengend. Der Neunzigjährige zum Beispiel, der die alte Gebetbank über den Gang schiebt, ist nicht zu stoppen. Erst wenn seine Kräfte ihn verlassen, lässt er ab von der Bank. Die bleibt dann auf dem Gang stehen. Nichts hilft, alle sind genervt, ratlos. Was also tun? Hier hilft eine Anleihe aus der clownesken Improvisation. Denn Clowns gehen immer mit dem, was gerade ist. Was würde ein Clown also tun im Falle des schiebenden Neunzigjährigen? Mitschieben! Das ist die Basis. Dann würde schnell klar, dass der alte Mann die Gebetbank nur in seinem Zimmer haben will. Statt Ärger und Stress also heiteres Schieben. Natürlich ist das nur ein Beispiel, aber ein reales. Mit einem anderen, clownesken Blick auf anstrengende Situationen lassen sich Lösungen finden, an die vorher niemand dachte.

Dies ist ein Kurs mit viel Bewegung im außen und innen. Ein Kurs mit vielen praktischen Übungen, in denen alle erleben können, wieviel Spaß es machen kann, wenn es mal nicht so klappt. Zudem werden Beispiele aus dem Arbeitsalltag der Teilnehmenden besprochen.
Bitte für diesen Workshop bequeme Kleidung und bequeme Schuhe (ohne Absätze!) mitbringen.

Workshop 2 Landes/Spröhnle

Der Humor und die Trauer

Auf den ersten Blick scheinen der Tod und die mit ihm einhergehenden Emotionen der Trauer und der Wut unvereinbar zu sein mit Gefühlen der Freude und Heiterkeit.
 
In unserem Workshop widmen wir uns dem Wesen des Humors und nähern uns gemeinsam seinem kraftspendenden Potenzial in Phasen der Trauer und des Abschieds. Begleitet wird dieser Prozess von persönlichen Erfahrungen unseres Berufsalltags als Klinikclowns in der Palliativstation und im Seniorenheim.

Eine bedeutende Rolle in der Trauerphase spielt der Zugang zu unseren Emotionen. In einer praktischen Übung sensibilisieren wir unsere Wahrnehmung mit dem Ziel, unsere Emotionen bewusster zu erleben und in ihrer vorbehaltlosen Annahme eine wertvolle Ressource zu entdecken.

Workshop 2 Schulz

Humor als Schutzschild
Workshop für mehr Stressresilienz im Job

Im aktuellen multimedialen Arbeitsumfeld erleben Berufstätige aller Wirtschaftszweige den Alltag häufig als Stress pur: Zeitdruck, Störungen und vieles mehr sind Bestandteile der fortschreitenden Arbeitsverdichtung. Dabei gesund zu bleiben und den eigenen Anteil zum Unternehmenserfolg beizutragen ist für viele Leistungsträger eine echte Herausforderung.
Wussten Sie, dass eine humorvolle Haltung Leichtigkeit in Ihren Alltag bringt? Joachim Ringelnatz trifft mit seinem Spruch ins Schwarze: Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt. .
Und selbst das Lachen allein hat heilsame Wirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden. Seine stressreduzierenden Effekte sind inzwischen wissenschaftlich bewiesen. In gewissem Sinne stimmt also das Sprichwort: " Lachen ist die beste Medizin"
In diesem Workshop erleben wir die positive Kraft von Lachen und Humor. Mit Freude finden wir die Stellschrauben für mehr Leichtigkeit und Energie Energie, die wir benötigen, um produktiv zu bleiben und den Überblick selbst in schwierigen Situationen zu behalten. Einfache, wirkungsvolle Übungen nehmen wir als Werkzeuge mit in den Alltag. So dass wir Wilhelm Raabe schließlich bestätigen können: " Humor ist der Schwimmgürtel auf dem Strom des Lebens". Gelassenheit und Arbeitsfreude werden konkret!

Inhalte:
  •  Lachen und seine kräftigende und entspannende Wirkung
  • Humor: wertschätzende Grundhaltung für mehr Gelassenheit im Stress
  • Humortechniken (Grundlagen) in Theorie und Praxis
  • Praxistipps: Effektiver arbeiten mit dem inneren Lächeln

Workshop 3 Sternick

Kauderwelsch (Gibberish) und die Kunst des Unsinns
In diesem Workshop erkunden wir Kauderwelsch, die Kunst des Unsinns und das Paradoxe. Einige Übungen sind spielerisch, andere therapeutisch. Der Kurs richtet sich an Lachyogis, Klinik-Clowns, Dramatherapeuten, Improtheater-Spieler, Ausdruckskünstler, Psychotherapeuten, Psychodramatiker, Logotherapeuten und jeden, der seinem Leben einfach eine Prise mehr Unsinn verleihen möchte.

Da die Übungen mit Kauderwelsch-Improvisation die rechte Gehirnhälfte aktivieren, helfen sie uns im Alltag, kreativer und innovativer zu werden. Sie erleichtern es uns, tägliche Routineaufgaben zu erledigen, ohne die Lebendigkeit im Denken und Planen zu verlieren.

Folgende Inhalte bietet der Workshop:
  • Gemeinsames Lernen und Experimentieren auf der Bühne mit Selbstakzeptanz, unabhängig von unseren etwaigen Fehlern, Schwächen und Unvollkommenheiten.
  • Wir werden uns mit uns selbst anfreunden.
  • Herausfinden, wie uns die Werkzeuge des Unsinns helfen, unser Leben furchtloser zu leben.
  • Umgang mit unerwarteten Situationen, Herausforderungen und Überraschungen (Improvisation im wahren Leben).
  • Verbesserung der Beziehung zum inneren Kind (Neugier, Forscherdrang, Mut, Freiheit und Kreativität).
  • Spielen mit Unsinn und Kauderwelsch. Loslassen von Logik und Sprache (sowie der eigenen Lebensgeschichte).
  • Entdeckung des inneren Clowns bzw. der Weisheit des Narren .
  • Einführung in die Grundlagen der Positiven Psychologie, der Provokativen Therapie und der paradoxen Therapie von Viktor Frankl .
  • Erkundung von paralogischen Voraussetzungen der Selbstermächtigung: Coaching in Entscheidungsfreude, innerer Stärke und der Bereitschaft zum Verlassen der Komfortzone.
  • Kennenlernen der Werkzeuge und Übungen zum Anleiten von Unsinn und Kauderwelsch in  eigenen Improvisations-Workshops

Workshop 3 Vogler

Humor Ressource für Resilienz?

Resilienz ist ein populärer Begriff. Er bezeichnet die Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung von psychischer Gesundheit nach Widrigkeiten. Humor fördert die Widerstandskraft und stellt somit eine wichtige Ressource für Resilienz dar. Unter den in der Literatur beschriebenen sieben Resilienz-Faktoren sucht man ihn allerdings vergebens.
In einer heiteren Mischung aus Theorie und praktischen Übungen untersuchen wir, in welchem Zusammenhang Humor mit Resilienz steht. Wie unterstützt Humor unsere Widerstandskraft? Ist er nur eine nette Charakterstärke? Ist er vielleicht sogar ein achter Resilienz-Faktor?